(13816) Stülpner
1. Einleitung
2. Karl Stülpner
1. Einleitung
Dieser Drebacher Kleinplanet wurde im Februar 2000 vom Minor Planet Center nummeriert. Seit Juli 2000 trägt er den Namen Stülpner. Wir haben ihn erstmalig am 29.Dezember 1998 in der Sternwarte Drebach am 0,50 m-Reflektor beobachtet. Da sich kurze Zeit später eine Identifikation mit einem anderen Kleinplanet ergab, konnte er nicht mehr verloren gehen. Sternfreund A. Knöfel fand diesen Drebacher Kleinplaneten auf alten DSS-Aufnahmen. Deshalb wurde 1998 YH27 schon nach einer in Drebach beobachteten Opposition nummeriert.

Entdeckungsaufnahme vom 29.Dezember 1998
Auf der Entdeckungsaufnahme ist rechts der Tautenburger Kleinplanet 1994 AL16 und links 1998 YH27 zu sehen.
2. Karl Stülpner
Der Volksheld Karl Stülpner wird heute noch von vielen Menschen im Erzgebirge verehrt. Deshalb haben wir diesen Namen für diesen Kleinplaneten vorgeschlagen. Im folgenden haben wir einige Lebensdaten von Karl Stülpner zusammengetragen.
Kurz vor Ende des Siebenjährigen Krieges wurde Karl Stülpner am 30. September 1762 in Scharfenstein geboren. An der Stelle des Geburtshauses steht heute ein Gedenkstein.
Im folgenden Jahrzehnt herrschte große Not im Erzgebirge. Missernten lassen die Preise für Grundnahnungsmittel ansteigen. Johann Christoph Stülpner, der Vater des Erzgebirgshelden, wurde 1771/72 ein Opfer der Hungersnot.
1778 entsteht ein neuer Krieg, in dem Stülpner als Soldat diente. Nach diesem Krieg ist er nach Scharfenstein zurückgekehrt. Dort verdiente er sein Brot durch Gelegenheitsarbeit und als Wilderer.
1780 verpflichtetet er sich zu
8 Jahren Dienst, so wurde er von Chemnitz nach Zschopau versetzt. Die Offiziere wussten von seiner Begabung des Wilderns. Stülpner konnte so ungestört jagen, bis er sich mit dem Jägerburschen Ziegler schlug, der ihm beim Wildern ertappte. Darauf wurde er nach Chemnitz in Haft genommen. Er flüchtete aus der Haftanstalt in die böhmischen Wälder.
Nach einer großen Wanderung, die u.a. bis nach Ungarn führte, kehrte Stülpner in seine Heimat zurück. Er wurde Anführer einer Gruppe von Wildschützen und streifte mit ihnen durch die großen Reviere des sächsischen und böhmischen Erzgebirges. Man erzählte sich, wie er gegen Diebe und Räuber einschritt, Forstbeamte bestrafte, Unterdrückten und Hilfesuchenden zur Seite stand.
Um sich den eingesetzten Verfolgungen zu entziehen, nahm er erneut seine Wanderungen auf. Nach heftigem Kampf musste er sich der Übermacht ergeben. Im Reichskrieg gegen Frankreich kämpfte Stülpner bei den Preußen. Als er verwundet wurde, desertierte er und wanderte seiner Heimat entgegen.
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1790 begann ein Bauernaufstand, der zum Scheitern verurteilt war, weil die Bauern allein blieben. Das Bürgertum beteiligte sich nur zögernd. Stülpner kam 1794 aus dem Krieg wieder nach Scharfenstein. Er begann wieder zu wildern und wurde dafür von der Obrigkeit getrieben. Nur durch die Unterstützung einer zahlreichen Anhängerschaft war eine solche langwährende und erfolgreiche, ungefährdete Wilderertätigkeit überhaupt möglich.
1800 brach er mit dem bisherigen Wildererdasein ab und kehrte zu seinem Regiment nach Chemnitz zurück. 1807 desertierte er. 1813 kehrte er mit seiner Familie nach Scharfenstein zurück. Das Leben des Wildschützen verlosch am 24. September 1841. Auf dem Friedhof in Großolbersdorf kann man heute noch sein Grab besuchen.
Im folgenden den von uns eingereichten Namensvorschlag:
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| Stülpner (13816) Hero of Erzgebirge
(13816) Stülpner = 1998 YH27
Discovered 1998 Dec. 29 by J. Kandler at the observatory Drebach.
Named after Karl Stülpner (1762-1841), a popular hero of Germany's
Ore Mountains. He lived and died in Scharfenstein near Drebach (see minor
planet 6488). He became leader of a group of hunters. Together they wandered
through the big districts of the Saxonian and Bohemian Ore Mountains (see
minor planet 8020) seeing to order, justice and helping those in need of
help. He is still admired and appreciated by many people today.
This is the first minor planet of the discoverer
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