(17737) Sigmund Jähn


1. Einleitung
2. Sigmund Jähn

1. Einleitung

Am 27.Januar 1998 beobachteten wir am 0,18 m-Refraktor der Sternwarte Drebach den Tautenburger Kleinplaneten 1992 FO3. Dabei entdeckten wir in der rechten unteren Bildecke einen bisher unbekannten Kleinplaneten. Er erhielt vom Minor Planet Center (MPC) / USA die provisorische Bezeichnung 1998 BF14.
Sternfreund A. Knöfel fand diesen Drebacher Kleinplaneten auf alten DSS-Aufnahmen. Die alten Beobachtungen halfen die Bahnelemente zu verbessern und rechtfertigten eine baldige Nummerierung. Im Oktober 2000 wurde dieser Drebacher Kleinplanet vom MPC nummeriert. Seit Januar 2001 trägt er den Namen des ersten Deutschen im All: Sigmund Jähn.

Planetoid (17737) Sigmund Jähn.

Entdeckungsaufnahme vom 29.Dezember 1998

Auf der Entdeckungsaufnahme ist in der Mitte der Tautenburger Kleinplanet 1992 FO3 und rechts unten 1998 BF14 zu sehen.

2. Sigmund Jähn

Der Astronaut Sigmund Jähn wurde am 13.Februar 1937 in Morgenröthe - Rautenkranz im Vogtland geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er eine Lehrausbildung als Buchdrucker. Ab 1955 absolvierte er den Militärdienst in den Luftstreitkräften der ehemaligen DDR. Bis 1966 war er Flugzeugführer in Dienstellungen der Luftstreitkräfte der UdSSR. In dieser Zeit wurde er zum Diplom Militärwissenschaftler. In den Jahren 1966 bis 1970 studierte er an der Militärakademie der Luftstreitkräfte der UdSSR in Monino. Von 1970 bis 1976 arbeitete er als Inspekteur für Jagdfliegerausbildung bzw. für Flugsicherheit im Stab der Luftstreitkräfte. Seine Ausbildung als Astronaut (oder Kosmonaut) meisterte Jähn von 1976 bis 1978 im sowjetischen "Sternenstädtchen" bei Moskau.

Vom 26.August bis 3.September 1978 nahm Sigmund Jähn am Raumflug UdSSR / DDR teil. Mit dem russischen Kommandanten Waleri Bykowski flog er mit Sojus 31 zur russischen Raumstation Salyut 6/Sojus 29 teil. Somit war er der erste Deutsche im All.

1983 promovierte Jähn am Potsdamer Zentralinstitut für Physik der Erde zum Dr. rer. nat. auf dem Gebiet der Fernerkundung der Erde. Seit 1990 ist Sigmund Jähn im russischen Kosmonautenausbildungszentrum als freier Berater für das Astronautenzentrum der DLR und seit 1993 auch für die ESA (European Space Agency) tätig.
Alle, die ihm persönlich kennengelernt haben, lernten Sigmund Jähn als einen bescheidenen und liebenswürdigen Menschen kennen. Heute lebt Jähn in Strausberg.
Viele Publikationen zu Fragen der Fernerkundung und der Entwicklung der bemannten Raumfahrt wurden von Sigmund Jähn veröffentlicht. Sein bekannteste Buch erschien 1983 unter dem Titel "Erlebnis Weltraum".

Sigmund Jähn                (17737)   German Astronaut

(17737) Sigmund Jähn = 1998 BF14
    Discovered 1998 Jan. 27 by J. Kandler at the observatory Drebach.
Sigmund Jähn (b. 1937) was the first German man to travel into space. 
In August 1978 he spend 9 days in the then Soviet space station Salyut 6
together with the Russian commander Valery Bykovsky. Today Jähn works in
the astronaut training centre of the German Research Centre for Aeronautics
and Astronautics (DLR).


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